Weihnachten

von Joseph von Eichendorff

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen,
          „Edo? Noch ’n Koppke Tee?“
Alles sieht so festlich aus.
          „Ja! Ogenblick! Toeerst de Kluntje!“ Bing!

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
          „Doo du mi even de Teekook!“
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.
          „Ja, bedankt, Naber!“
          „Pssst!“

Und ich wandre aus den Mauern
          „Oaah, wat is de lecker!“
Bis hinaus ins freie Feld.
Hehres Glänzen, heilges Schauern,
          „Well sien Wicht is dat egentlik?“
          „Pssst! Börgmester sien Grootkind!“
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
          „Is se d’r noch neet mit klaar?“
Aus des Schnees Einsamkeit
          „Nu weest doch maal still!“
Steigt ’s wie wunderbares Singen.
Oh du gnadenreiche Zeit!
          „Kiek, se lacht un seggt nix mehr. Se hett ’t schafft!“
          „Bravo! Bravo! Dat weer ja mooi!“
          „In d’ School mussen wi dat ok upseggen! Van Goethe!“
          „Weet ik doch!“

Manfred Briese

Geboren in Nörden (Oostfreesland). Wohnt in Esens (Oostfreesland). Realschoolmester in Pension. Schrieven is för em: Mithelpen, dat de plattdüüts Mundaard wieder leevt Up Platt kann he utdrücken, wat up Hoogdüüts neet so mooi seggt worden kann, besünners in de Lyrik