In der zweiten Hälfte des  20. Jahrhunderts zunächst offiziell von den Kirchen kaum gefördert, haben sich in der Bundesrepublik seitdem etliche Ansätze für eine neuerliche Intensivierung der Verkündigung in der Regionalsprache ergeben. Mehr und mehr wurde deutlich, dass der Bruch zwischen Kirchensprache und Sprache der Gemeinde ein Problem der Mündigkeit der Gläubigen darstellte, letzthin wird jede Sprache in den Dienst der Verkündigung gestellt.

Seit den 1980er Jahren kommt es auch in der DDR zu eigenen Zusammenschlüssen und regelmäßigen Zusammenkünften. Überlegungen zu Möglichkeiten und Aufgaben des Niederdeutschen in der Kirche wurden von engagierten Geistlichen weiterentwickelt. Eine ansehnliche Publikationstätigkeit geistlicher Literatur begleitet diesen Prozess, beispielhaft sei genannt De Kennung: Zeitschrift für plattdeutsche Gemeindearbeit (seit 1978). Dies gilt auch für die Katholische Kirche, seit dem Zweiten Vaticanum 1962-1965 ist die Liturgie für die Landessprachen freigegeben. Zahlreiche Gottesdienste und weitere Veranstaltungen zum Gemeindeleben, auch Warkeldaag zu christlicher Verkündigung, werden heute in Niederdeutsch veranstaltet.

Der Dachverband Plattform Plattdüütsch in de Kark wurde 1990 gegründet. Im Dachverband haben sich der Arbeitskreis Plattdüütsch in de Kark in.Nordelbien (1947/1975), die Arbeitsgemeinschaft Plattdüütsch in de Kark Niedersachsen/Bremen (seit 1963), Plattdüütsk in de Kerken in Westfalen (seit 1980), der 1982 gegründete mecklenburger Arbeitskrink Plattdüütsch in.dei Kirch, der Pommersche Arbeitskreis Plattdüütsch in de Kirch (1986), der Pastorenkring – Karkenkring (seit 1987) im Spieker, Heimatbund für niederdeutsche Kultur in Oldenburg, der Kring Plattdüts in Kark in Ostfriesland sowie Plattdüütsch in de Kirch in Berlin-Brandenburg zusammengeschlossen. Ziel ist es, „tohoop dat Evangelium von Jesus Christus in de nedderdüütschen Mundaarten ünner de Lüüd [to] bringen, so as se se snacken un verstahn doot“. Dieser Dachverband will einen organisatorischen und konzeptionellen Rahmen zur Durchführung niederdeutscher Aktivitäten in den norddeutschen Landeskirchen bieten. Das Niederdeutsche Bibelzentrum St. Jürgen in Barth wurde im Oktober 2001 eröffnet. Freizeiten und Seminare auch für Jugendliche werden hier veranstaltet, vor Ort wird die Auseinandersetzung mit der christlichen Verkündigung in Niederdeutsch ermöglicht.