Rechtliche Grundlagen für Plattdeutsch in der Schule

Die rechtlichen Grundlagen dafür, in welcher Weise Niederdeutsch in den schulischen Unterricht eingebunden werden kann, zeigen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Konzepte und inhaltliche Formen. Gemein ist ihnen, dass Niederdeutsch nicht im Rahmen eines eigenständigen Schulfaches, sondern allenfalls im Rahmen des Deutschunterrichts behandelt wird.
Die nachfolgende Liste gibt einen Überblick über die aktuellen Bestimmungen in den acht Bundesländern, in denen Niederdeutsch gesprochen wird. Neben kurzen Kommentierungen verweisen Links jeweils auf die einschlägigen Texte.
Alle einschlägigen und im Internet abgelegten Informationen sind auffindbar unter der Adresse des Bildungsservers:
Von hier weiterklicken über: Schule – Lehrpläne – Bildungspläne der Bundesländer für allgemeinbildende Schulen; dann das gewünschte Bundesland auswählen.

I. Länderübergreifende Bestimmungen

1. Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Primarbereich (Jahrgangsstufe 4). Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15. 10. 2004.

http://nibis.ni.schule.de/nli1/gohrgs/bildungsstandards/primar/bs_gs_kmk_deutsch.pdf

Hier fehlt jeglicher Hinweis auf Niederdeutsch.

II. Bestimmungen der einzelnen Bundesländer

1. Brandenburg

Die landesbezogenen Rahmenpläne stehen auf dem Brandenburgischen Bildungsserver zur Verfügung:

http://www.bildung-brandenburg.de/rahmenlehrplaene.html
Rahmenplan Grundschule Deutsch (gemeinsam für Brandenburg, Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern), 2004.

Unter „Gestaltung von Unterricht – fachdidaktische Ansprüche“ heißt es: Niederdeutsch ist Teil des Kulturgutes in Norddeutschland. Im Prozess der Umsetzung der europäischen Charta der Regional- bzw. der Minderheitensprachen ist dem Niederdeutschen Aufmerksamkeit zu widmen, mit dem Ziel, Vorstellungen von kultureller Identität aufzubauen und fortzuentwickeln (S. 24).

Für die Klassenstufen 3/4 folgt ein Hinweis auf den Aufgabenbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“. Unter der Anforderung Standardsprache und Regionalsprache unterscheiden heißt es zu den Inhalten: Regionalsprache, Niederdeutsch – Text und Hörbeispiele (S. 40). Hier ist allerdings (wie in Bremen) der Eintrag Niederdeutsch als fakultativer Inhalt markiert. Zu derartigen Inhalten heißt es an anderer Stelle: Über deren Auswahl entscheidet die Fachkonferenz der Schule (S. 30). In den Rahmenplänen der Sekundarstufe I sowie der gymnasialen Oberstufe gibt es zwar Hinweise auf das Sorbische, nicht aber auf das Niederdeutsche.

2. Bremen

Bremer Bildungsserver:

http://www.lehrplan.bremen.de

Rahmenplan Grundschule Deutsch (gemeinsam für Brandenburg, Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern), 2004.

http://www.lehrplan.bremen.de/primarstufe/deutsch/rahmenlehrplan/download

Hier heißt es: Niederdeutsch ist Teil des Kulturgutes in Norddeutschland. Im Prozess der Umsetzung der europäischen Charta der Regional- bzw. der Minderheitensprachen ist dem Niederdeutschen Aufmerksamkeit zu widmen, mit dem Ziel, Vorstellungen von kultureller Identität aufzubauen und fortzuentwickeln (S. 14). [Der Titel der Sprachen-Charta lautet korrekt: Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen].
Für die Jahrgangsstufen 3/4 heißt es unter dem Aufgabenbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ bei den Inhalten: Regionalsprache, Niederdeutsch; Text- und Hörbeispiele (S. 30). Allerdings ist der Eintrag Niederdeutsch als fakultativer Inhalt markiert. Zu derartigen Inhalten heißt es an anderer Stelle: Über deren Auswahl entscheidet die Fachkonferenz der Schule (S. 20).
Ein Link auf den auslaufenden Rahmenplan Deutsch für die Klassen 9-10, der derzeit durch die neuen Bildungspläne sukzessive abgelöst wird, sowie ein weiterer Link auf den Bildungsplan Deutsch für das Gymnasium (5-10) findet sich unter:

http://www.lehrplan.bremen.de/sek1/deutsch

Hier gibt es unter „Anforderungen am Ende der Jahrgangsstufe 6“ einen Hinweis auf lautliche Besonderheiten von Texten aus den Bereichen Hochsprache, Regionalsprache, Fremdsprache (S. 17). – wobei sich der Begriff „Regionalsprache“ eher auf die regionale Umgangssprache als auf Niederdeutsch beziehen dürfte.

3. Hamburg

In Hamburg ist seit 2005 die Behandlung niederdeutscher Texte auf allen Schul- und Jahrgangsstufen verbindlich vorgeschrieben. Die Zieldeklaration „Niederdeutsch“ wird nicht nur pauschal behandelt, sondern oft konkret an bestimmte Unterrichtsinhalte bzw. Lektüreempfehlungen geknüpft.
Die Bildungspläne finden sich unter:

www.hamburger-bildungsserver.de/bildungsplaene

Im einzelnen gibt es Ausführungen zu den Bereichen:
Rahmenplan Deutsch
Bildungsplan Primarschule Niederdeutsch
Bildungsplan Grundschule. Dieser findet sich unter:

http://www.hamburger-bildungsserver.de/bildungsplaene/Grundschule/D_Grd.pdf

Unter den eingangs formulierten Zielen heißt es: Im Rahmen der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen hat Hamburg mehrere Verpflichtungen ausgesprochen, die die Berücksichtigung der niederdeutschen Sprache und Literatur betreffen. Daher wird die niederdeutsche Sprache in Gesprächssituationen einbezogen und über ihren Gebrauch nachgedacht. Niederdeutsche Literatur wird Unterrichtsgegenstand im Arbeitsbereich „Lesen“ mit mindestens einem Gedicht oder einer kurzen Erzählung oder einem Lied in jedem Schuljahr (S. 7).
Unter dem 3. Grundsatz „Lebenswelt und interkulturelle Erziehung“ wird ausgeführt: Dialekte, soziokulturell geprägte Sprechweisen, auch das Niederdeutsche, werden toleriert. Die Regionalsprache Niederdeutsch wird situationsgerecht auch in aktiver Sprachanwendung in den Unterricht einbezogen (S. 10). In einer zugehörigen Fußnote heißt es weiter: Vorrang hat dabei das Vorlesen, Vortragen, Singen und Hören: durch die gesprochene Form wird das Verstehen erleichtert und das Vergnügen am Klang und Rhythmus ermöglicht (z.B. niederdeutsche Bezeichnungen und Redewendungen, niederdeutsche Autoren zu Lesungen in den Unterricht einladen).
Unter 3.6. heißt es im Arbeitsbereich „Sprache untersuchen“: Die Grundschule bietet vielfältige, in geeignete Situationen eingebettete Anlässe, über Phänomene der Sprache und den Sprachgebrauch nachzudenken. Dabei begegnen die Kinder unterschiedlicher Sprachwirklichkeit: anderen Erstsprachen, Umgangssprache, Dialekt(en) und ggf. Niederdeutsch, Sprache in literarischen Texten und Medienprodukten sowie in Sachtexten (z. B. fachsprachliche Formulierungen) (S. 24).
Unter den verbindlichen Inhalten im Arbeitsbereich „Sprache untersuchen“ (Jahrgang 1 bis Ende 4) heißt es unter „Sachverhalte/Phänomene“: Ausgewählte Beispiele des Niederdeutschen (z. B. Redewendungen, Bezeichnungen, Grußformeln) (S. 25).

Bildungsplan integrierte Gesamtschule: Sekundarstufe I (2007).
Dieser findet sich unter:

http://www.hamburger-bildungsserver.de/bildungsplaene/Sek-I_GS/DEU_GS_SEKI.PDF

Unter den verbindlichen Inhalten der Arbeitsbereiche werden für alle Jahrgangsstufen beim Arbeitsbereich „Literatur, Sachtexte und Medien“ genannt: Bei der Auswahl der Autorinnen und Autoren sind auch niederdeutsche Texte (z. B. ein Gedicht, eine kurze Erzählung) zu berücksichtigen (S. 11). Darüber hinaus heißt es für alle Arbeitsbereiche: Niederdeutsch. Gemäß der Verpflichtung Hamburgs gemäß der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen werden die niederdeutsche Sprache und Literatur in den Deutschunterricht thematisch integriert. Wenn der unterrichtliche Zusammenhang oder ein besonderes Interesse Gelegenheit dazu bietet, wird Niederdeutsch thematisiert. Niederdeutsche Literatur wird vorwiegend gehört oder vorgelesen: Die gesprochene Form erleichtert das Verstehen und ermöglicht das Vergnügen am Klang und Rhythmus. Sinnvoll sind auch der Vergleich hochdeutscher und niederdeutscher (motivgleicher) Gedichte, szenischer Texte oder Prosatexte, Kurzreferate über nieder- und hochdeutsche Texte, die Einbeziehung von Rezensionen zu Theateraufführungen oder die Diskussion über Fragen zur Sprachgeschichte, die Erörterung der Verwendung von Dialekt und Regionalsprache in Sprechsituationen oder das Aufgreifen von Fragen zum Sprachgebrauch im medialen Umfeld (S. 12). In einer erläuternden Fußnote werden Hinweise auf konkrete Anwendungen gegeben.
Für die Klassenstufen 5/6 gibt es unter „Lyrik“ Lektürehinweise auf niederdeutsche Gedichte: Theodor Storm: Gode Nacht; Hans Hansen Palmus: Winterdag; Hermann Claudius: Vörjohr (S. 13).
Für die Klassenstufen 7/8 werden diese Textanregungen fortgeführt: Klaus Groth: Dor wahn en Mann, Keen Graff is so breet; Hermann Boßdorf: Hartje Rüter; Aloys Terbille: Steeneschmieten; Greta Schoon: Dat wi överleven; Johann D. Bellmann: Pan, Versööken mutt een dat (S. 17).
Für die Klassenstufen 9/10 heißt es unter „ggf. Niederdeutsch“: Fritz Reuter: Kein Hüsung, Läuschen un Riemels oder Ut miene Stromtiet (Kapitel 1 und 2); Bolko Bullerdiek: Aus: Windhaken, Tohuus un annerwegens, hochdeutsche Märchen auf Plattdeutsch erzählt; Asterix und Obelix auf Plattdeutsch: Törn för nix (Asterix und Obelix erleben die Odyssee), Asterix un de Wikingers, Lütt Obelix op grote Fohrt (S. 20).

Bildungsplan Hauptschule und Realschule (Sekundarstufe I) (2007)Dieser findet sich unter:

http://www.hamburger-bildungsserver.de/bildungsplaene/Sek-I_HR/DEU_HR_SEKI.pdf

Hier heißt es eingangs: Gelegenheiten sind zu nutzen, auch niederdeutsche Literatur zu hören und zu lesen. Vorrang hat dabei das Vorlesen und Vortragen; durch die gesprochene Form wird das Verstehen erleichtert und das Vergnügen am Klang und Rhythmus ermöglicht (S. 9). Es folgen Passagen, die textidentisch sind mit denen aus dem Bildungsplan Integrierte Gesamtschule: Unter den verbindlichen Inhalten der Arbeitsbereiche werden für alle Jahrgangsstufen beim Arbeitsbereich „Literatur, Sachtexte und Medien“ genannt: Bei der Auswahl der Autorinnen und Autoren sind auch niederdeutsche Texte (z. B. ein Gedicht, eine kurze Erzählung) zu berücksichtigen (S. 12). Darüber hinaus heißt es für alle Arbeitsbereiche: Niederdeutsch. Gemäß der Verpflichtung Hamburgs gemäß der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen werden die niederdeutsche Sprache und Literatur in den Deutschunterricht thematisch integriert. Wenn der unterrichtliche Zusammenhang oder ein besonderes Interesse Gelegenheit dazu bietet, wird Niederdeutsch thematisiert. Niederdeutsche Literatur wird vorwiegend gehört oder vorgelesen: Die gesprochene Form erleichtert das Verstehen und ermöglicht das Vergnügen am Klang und Rhythmus. Sinnvoll sind auch der Vergleich hochdeutscher und niederdeutscher (motivgleicher) Gedichte, szenischer Texte oder Prosatexte, Kurzreferate über nieder- und hochdeutsche Texte, die Einbeziehung von Rezensionen zu Theateraufführungen oder die Diskussion über Fragen zur Sprachgeschichte, die Erörterung der Verwendung von Dialekt und Regionalsprache in Sprechsituationen oder das Aufgreifen von Fragen zum Sprachgebrauch im medialen Umfeld (S. 12). In einer erläuternden Fußnote werden hier ebenfalls Hinweise auf konkrete Anwendungen gegeben.
Die Lektürehinweise für die Klassenstufen 5/6 sowie 7/8 (H) sind identisch mit denen für die integrierte Gesamtschule: Für 5/6: Theodor Storm: Gode Nacht; Hans Hansen Palmus: Winterdag; Hermann Claudius: Vörjohr (S. 14). Für die Klassenstufe 7/8 (H), hier in geänderter Reihenfolge: Johann D. Bellmann: Pan, Versööken mutt een dat; Hermann Boßdorf: Hartje Rüter; Klaus Groth: Dor wahn en Mann, Keen Graff is so breet; Greta Schoon: Dat wi överleven; Aloys Terbille: Steeneschmieten (S. 17). Für den Arbeitsbereich „Sprachverwendung und integrative Grammatik“ heißt es für die Jahrgangsstufen 7/8 (H): Rolle des Niederdeutschen in Norddeutschland (Hinweise zur Geschichte der Sprache und ihrem heutigen Gebrauch) (S. 18). Die Lektürehinweise für die Klassenstufe 9 (H) sind nur teilidentisch mit denen für die inte­grierte Gesamtschule: Bolko Bullerdiek: Windhaken, Tohuus un annerwegens; Klaus Groth: Keen Graff is so breet; Gerd Lüpke: Jungs von hüüt; Märchen: Von den Fischer un sien Frau [!]; Volkslied: Dat du mien Leevsten büst (S. 20).
Für die Realschule gibt es im Arbeitsbereich „Literatur, Sachtexte, Medien“ für die Jahrgangsstufen 7/8 weiterführende Lektürehinweise unter „niederdeutsche Lyrik“: Ein Hamburger Bürgereid von 1793; Johann D. Bellmann: Pan, Versööken mutt een dat; Hermann Boßdorf: Hartje Rüter; Klaus Groth: Dor wahn en Mann, Keen Graff is so breet; Greta Schoon: Dat wi överleven; Wolfgang Sieg: De nee Lehrerin; Aloys Terbille: Steeneschmieten (S. 23). Wie für die Hauptschule erfolgt auch für die Realschule in den Jahrgangsstufen 7/8 im Arbeitsbereich „Sprachverwendung und integrative Grammatik“ ein Hinweis auf Niederdeutsch: Rolle des Niederdeutschen in Norddeutschland (Hinweise zur Geschichte der Sprache und ihrem heutigen Gebrauch) (S. 25). Ebenfalls gibt es einen Eintrag für die Realschule in den Jahrgangsstufen 9/10. Hier heißt es unter „ggf. Niederdeutsch: ein Text“ mit den Textanregungen, die mit denen der integrierten Gesamtschule weitgehend identisch sind: Fritz Reuter: Läuschen un Riemels; Bolko Bullerdiek: Windhaken, Tohuus un annerwegens; hochdeutsche Märchen auf Plattdeutsch erzählt; Asterix und Obelix auf Plattdeutsch: Törn för nix (Asterix und Obelix erleben die Odyssee), Asterix un de Wikingers, Lütt Obelix op grote Fohrt (S. 28).

Bildungsplan neunstufiges Gymnasium (Sekundarstufe I) (2004)Dieser findet sich unter:

http://www.hamburger-bildungsserver.de/bildungsplaene/GyO/DEU_GyO.pdf

Der Bildungsplan zeigt durchaus Anlehnungen an die Pläne für die integrierte Gesamtschule wie auch für die Haupt- und Realschule. Unter den Zielen wird hier für den Arbeitsbereich „Literatur, Sachtexte und Medien“ explizit ausgeführt: Er [der Deutschunterricht] vermittelt Grundkenntnisse deutschsprachiger, auch ins Deutsche übersetzter internationaler und niederdeutscher Literatur und entwickelt die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler, literarische Texte, Sachtexte und Medienprodukte sachgerecht zu erschließen, das eigene Textverständnis zur Sprache zu bringen, Texte und Medien zu beurteilen und für eigene Gestaltungsversuche zu nutzen (S. 5). Unter „Verbindliche Inhalte der Arbeitsbereiche“ heißt es für alle Jahrgangsstufen im Arbeitsbereich „Literatur, Sachtexte und Medien“: Bei der Auswahl der Autorinnen und Autoren sind auch niederdeutsche Texte (z. B. ein Gedicht, eine kurze Erzählung) zu berücksichtigen (S. 11). Darüber hinaus heißt es für alle Arbeitsbereiche: Niederdeutsch. Gemäß der Verpflichtung Hamburgs gemäß der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen werden die niederdeutsche Sprache und Literatur in den Deutschunterricht thematisch integriert. Wenn der unterrichtliche Zusammenhang oder ein besonderes Interesse Gelegenheit dazu bietet, wird Niederdeutsch thematisiert. Niederdeutsche Literatur wird vorwiegend gehört oder vorgelesen: Die gesprochene Form erleichtert das Verstehen und ermöglicht das Vergnügen am Klang und Rhythmus. Sinnvoll sind auch der Vergleich hochdeutscher und niederdeutscher (motivgleicher) Gedichte, szenischer Texte oder Prosatexte, Kurzreferate über nieder- und hochdeutsche Texte, die Einbeziehung von Rezensionen zu Theateraufführungen oder die Diskussion über Fragen zur Sprachgeschichte, die Erörterung der Verwendung von Dialekt und Regionalsprache in Sprechsituationen oder das Aufgreifen von Fragen zum Sprachgebrauch im medialen Umfeld (S. 11). In einer erläuternden Fußnote werden hier ebenfalls Hinweise auf konkrete Anwendungen gegeben.
Die Lektürehinweise für die Klassenstufen 5/6, hier geführt unter „niederdeutsche Gedichte zu Jahreszeiten, Tageszeiten“ sind identisch mit denen für die integrierte Gesamtschule: Theodor Storm: Gode Nacht; Hans Hansen Palmus: Winterdag; Hermann Claudius: Vörjohr (S. 13).
Die Parallele mit der integrierten Gesamtschule zeigt sich ebenfalls in den Textanregungen für die Klassenstufen 7/8: Klaus Groth: Dor wahn en Mann, Keen Graff is so breet; Hermann Boßdorf: Hartje Rüter; Aloys Terbille: Steeneschmieten; Greta Schoon: Dat wi överleven; Johann D. Bellmann: Pan, Versööken mutt een dat (S. 16). Ebenfalls für die Jahrgangsstufen 7/8 heißt es für den Arbeitsbereich „Sprachverwendung und integrative Grammatik“: Dialekt, Rolle des Niederdeutschen in Norddeutschland (Hinweise zur Geschichte der Sprache und ihre heutige Funktion) (S. 17).
Für die Jahrgangsstufen 9/10 werden die für die integrierte Gesamtschule bereits genannten Lektürehinweise gegeben (mit einer Streichung): Fritz Reuter: Kein Hüsung, Läuschen un Riemels oder Ut miene Stromtiet (Kapitel 1 und 2); Bolko Bullerdiek: Windhaken, Tohuus un annerwegens, hochdeutsche Märchen auf Plattdeutsch erzählt; Asterix und Obelix auf Plattdeutsch: Törn för nix (Asterix und Obelix erleben die Odyssee), Asterix un de Wikingers (S. 20).

Bildungsplan achtstufiges Gymnasium (Sekundarstufe I) (2004, überarb. 2007).
Dieser findet sich unter:

http://www.hamburger-bildungsserver.de/bildungsplaene/Sek-I_Gy8/RP_Gy8_DEU_kuerzung_2007.pdf

Dieser Bildungsplan liegt in einer im Februar 2007 aktualisierten Fassung vor. Der Themenkomplex Niederdeutsch ist hier weniger stark vertreten als in den vergleichbaren Plänen Hamburgs.
Über den Arbeitsbereich „Sprechen und Gespräch“ heißt es einleitend: Neben der hochdeutschen Allgemeinsprache werden die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten unterschiedlicher Soziolekte und gegebenenfalls Dialekte sowie des Niederdeutschen z. B. im Rollenspiel erprobt und reflektiert; dabei sollen Freiräume für individuellen Sprachgebrauch eröffnet bzw. erhalten bleiben und genutzt werden (S. 11).
Unter den verbindlichen Inhalten für alle Jahrgangsstufen und alle Arbeitsbereiche heißt es in einem gesonderten Punkt: Niederdeutsch. Gemäß der Verpflichtung Hamburgs gemäß der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen werden die niederdeutsche Sprache und Literatur in den Deutschunterricht thematisch integriert (S. 13).
In der tabellarischen Übersicht über den Arbeitsbereich „Sprachverwendung und integrative Grammatik“ der Jahrgangsstufen 7/8 lautet ein Unterpunkt der verbindlichen Inhalte: Dialekt, Rolle des Niederdeutschen in Norddeutschland (S. 16).

Bildungsplan gymnasiale Oberstufe (2004)
Dieser findet sich unter:

http://www.hamburger-bildungsserver.de/bildungsplaene/GyO/DEU_GyO.pdf

Unter den didaktischen Grundsätzen heißt es: Die Hamburger Selbstverpflichtungen in Bezug auf die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen erfordern eine verbindliche Auseinandersetzung mit der niederdeutschen Sprache, deren Geschichte und Literatur, um deren Bedeutung im norddeutschen Sprachraum im Unterricht integrativ – also im Zusammenhang mit den zentralen Themen des Faches – bewusst zu machen und die niederdeutsche Tradition kontinuierlich zu fördern. Im Deutschunterricht gilt es daher, den Zugang zu dieser Sprache und ihrer vielfältigen Literatur der Gegenwart und Vergangenheit an ausgewählten Beispielen exemplarisch zu öffnen, auch wenn weder die Schülerinnen und Schüler noch die Lehrkräfte aktive Sprecher des Niederdeutschen sind (S. 8).
Unter den Arbeitsbereichen des Deutschunterrichts auf der gymnasialen Oberstufe heißt es unter „c. Arbeitsbereich ‘Sprache und Sprachverwendung’“ im Unterpunkt „Orientierungswissen“: Wissen über sprachliche Varietäten (z. B. Fachsprachen, Niederdeutsch) (S. 12).
Als Teil der „Rahmenvorgaben“ heißt es unter den verbindlichen Inhalten in einem gesonderten Punkt: Auf der gymnasialen Oberstufe sind die niederdeutsche Literatur und Aspekte der niederdeutschen Sprache und deren Geschichte entsprechend der Selbstverpflichtungen der Freien und Hansestadt Hamburg gegenüber der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen verbindliche Inhalte des Deutschunterrichts (vgl. didaktische Grundsätze) (S. 14). In einer Fußnote erfolgt ein Verweis auf Konkretionen dazu im Anhang 5.4.
In diesem Anhang folgt ein detaillierter Katalog, der zahlreiche Anknüpfungsmöglichkeiten aufzeigt: Als Texte eignen sich vorrangig Gedichte, kurze dialogische Szenen und Kurzprosa oder ggf. Ausschnitte aus längeren Prosatexten. Der Umgang mit solchen Texten begrenzt sich in der Regel zunächst auf das Vorlesen oder Hören (über Tonträger), auf das Anhören einer Lesung niederdeutscher Autoren sowie auf eigenes Lesen oder Rezitationsversuche / Nachsprechen von Gehörtem und auf Übersetzungsversuche. Daneben geht es auch darum, entsprechend der Schwerpunktsetzung der Oberstufe diese Texte im Zusammenhang mit den hochdeutschen Texten der Epochenströmungen und literarische Kontexte (z. B. Motivvergleich, Erzählperspektiven) einzuordnen. Jedoch steht – wie auf der Sekundarstufe I – im Mittelpunkt das Kennenlernen und die Wahrnehmung der plattdeutschen Literatur als einer literarischen Strömung neben der hochdeutschen.
Aspekte der historischen Entwicklung werden an ausgewählten Wortbeispielen, Redewendungen (z. B. Einflüsse des Französischen auf das Niederdeutsche) erörtert. Der heutige Ge­brauch des Niederdeutschen kommt sporadisch und gebunden an die Lernsituation im Zusammenhang mit den Rahmenvorgaben zum Arbeitsbereich Sprache und Sprachverwendung an ausgewählten Beispielen über Niederdeutsch als Zweitsprache in der Familie oder am Arbeitsplatz, sowie an Beispielen über den niederdeutschen Sprachgebrauch in Medien oder auf dem Theater zur Sprache.
Textanregungen:
1. Beispiele plattdeutscher Theater- und Hörspielliteratur
Texte oder Ton-/Videoaufnahmen von Fritz Stavenhagen (z. B. „Mudder Mews“, „De dütsche Michel“), Hermann Boßdorf (z. B. „Bahnmeester Dod“, „Kramer Kray“), Paul Schurek (z. B. „Stratenmusik“), Konrad Hansen (z. B. „Twüschen Himmel un Ehr“ [Eer!]: sieben heitere Kurzspiele; viele Hörspiele), Ingo Sax (z. B. Güstern eerst un morgen wedder“, „Wat steiht köst Geld“). Kann man „Faust“ (F. H. Schaefer „Dat Speel von Dokter Faust“, Leer 1983 [Schuster]) oder „Der zerbrochene Krug“ auch auf Plattdeutsch spielen? Lektüre der Übersetzungen von Schaefer und der Vergleich derselben Szene mit dem Original. Für den Unterricht geeignet: Wolfgang Sieg „Wunnerlich Geschichten“, drei Kurzhörspiele auf CD (ISBN ...).
2. Plattdeutsche Lyrik
Gedichte von Klaus Groth, Läuschen un Riemels von Fritz Reuter und die Kontroverse zwischen beiden; Hermann Claudius: „Mank Muern“, Neumünster o. J. (Wachholtz); die Gegenwart in der Anthologie „Keen Tiet för den Maand“, hg. v. Johann D. Bellmann, Rostock 1993 (Hinstorff); Plattdeutsches Hamburg-Buch, mit Holzschnitten und Zeichnungen von Paul Helms, hg. v. Peter Martens, Neumünster 1989 (Wachholtz); Johann D. Bellmann: „Inseln ünner den Wind“ (Gedichtsammlung).
3. Plattdeutsche Erzähler aus Hamburg und seinem Umfeld
Texte z. B. von Johann Hinrich Fehrs (z. B. Auszüge aus dem Roman „Maren“), Gorch Fock, Rudolf Kinau, Günter Harte, Wolfgang Sieg, Elke Paulussen und Bolko Bullerdiek. Viele brauchbare kürzere Texte finden sich in: „Dat groote plattdüütsche Leesbook“, hg. von Hartmut Cyriacks und Peter Nissen, Hamburg 1996 (Quickborn).
4. Sprachgeschichte: Historische Texte aus Hamburg
Dokument aus dem Jahr 1465, den Straßenräuber Albert Bornsen lebendig oder tot zu bringen, aus: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte, Bd. 5 (1866), vgl. Anhang. Dekret des Ehrbaren Rates über die Schweinehaltung in Hamburg von 1556 aus: Hamburgische Burspraken. Bearbeitet von J. Bolland, Bd. 2 (1960), vgl. Anhang.
- „Vindung des neddersten gerichtes von wivespersonen, de to mermalen beschlapen werden“ von 1570, aus: Hamburgische Burspraken, a.a.O.
- Abmahnung des Ehrbaren Rates von 1568/1575 und 1594 gegen Jugendliche mit gebührlichem Verhalten, aus: Hamburgische Burspraken, a.a.O. (S. 44-45).

4. Mecklenburg-Vorpommern

Die Verfassung des Landes widmet sich unter den Staatszielen in Artikel 15 dem Schulwesen. Aussagen zum Niederdeutschen werden in diesem Rahmen nicht gemacht. Allerdings heißt es in Artikel 16 (2): Das Land schützt und fördert die Pflege der niederdeutschen Sprache.
Diesen Gedanken nimmt das Schulgesetz des Landes auf, und zwar unter „§ 2: Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule“: (3) Die Verbundenheit der Schüler mit ihrer natürlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Umwelt sowie der Pflege der niederdeutschen Sprache sind zu fördern.

Der Bildungsserver des Landes versammelt alle relevanten Informationen:

http://www.bildungsserver-mv.de/

Grundlegende Angaben erfolgen in der Verwaltungsvorschrift „Niederdeutsch in der Schule“ vom 9. März 2004:

http://www.kultus-mv.de/_sites/bibo/richtlinien/schule/niederdeutsch.pdf

Detailliert werden hier didaktische und strukturelle Einordnungen vorgenommen, und zwar in den Abschnitten:
1. Ziele und Aufgaben der Vermittlung der niederdeutschen Sprache und der regionalen Kultur an den allgemein bildenden Schulen;
2. Niederdeutsch im Unterricht;
3. Niederdeutschberater am Landesinstitut für Schule und Ausbildung (L.I.S.A.);
4. Niederdeutschberater an den Staatlichen Schulämtern;
5. Niederdeutschberater an den Schulen;
6. Weiterentwicklung des Niederdeutschen;
7. In-Kraft-Treten.

Rahmenplan für die Grundschule und alle weiterführenden allgemeinbildenden Schulen. Niederdeutsch (1999)

http://www.bildungsserver-mv.de/download/rahmenplaene/rp-niederdeutsch.pdf

Dieser Rahmenplan fasst, die jeweiligen Schularten und Jahrgangsstufen übergreifend, Grundpositionen zusammen und schlägt darüber hinaus konkrete Themen und Inhalte für den Unterricht vor. Die 8-seitigen Ausführungen werden hier im Überblick dargestellt:
1. Ziele und Aufgaben
1.1 Warum sollten wir uns mit dem Niederdeutschen befassen?
Das Niederdeutsche
–        war bis in die frühe Neuzeit hinein Schreib- und Sprechsprache in Norddeutschland und hatte im gesamten Wirkungskreis der Hanse als Verkehrssprache Bedeutung,
–        ist heute als Mundart unter hochdeutschem Dach auch wesentlicher Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens und ist Bindeglied zwischen den Menschen in Mecklenburg und Vorpommern,
–        steigert die Identifikationsbereitschaft mit dem Land und seiner Geschichte,
–        gewährt den Zugang zur breitgefächerten niederdeutschen Literatur und damit zur Regionalkultur,
–        ermöglicht einen aufgeschlossenen Umgang mit Menschen der heimatlichen Umgebung und fördert die Toleranz gegenüber andersdenkenden und anderssprechenden Menschen,
–        unterstützt das bewußte Sprechen und Schreiben in situationsbedingten Momenten,
–        kann den Zugang zum Fremdsprachenunterricht erleichtern,
–        fördert die Freude am Gebrauch einer kraftvollen bildhaften Ausdrucksweise.
1.2 Unterrichtsorganisation ...
1.3 Vorrangige Ziele des Unterrichts ...
1.4 Beziehungen zum Muttersprach- bzw. zum Fremdsprachenunterricht ...
1.5 Grundlegende Fähigkeiten und methodische Anregungen ...
1.6 Weiterführende Aufgaben und Projekte
2. Teilbereiche ...
2.1 Kommunikation/Produktion
–        Herausbildung von kommunikativer Kompetenz im Niederdeutschen
–        Niederdeutsch als Chance für eine erweiterte Kommunikationsbefähigung der Schüler
–        siehe 1.3 – 1.6
2.2 Niederdeutsch in Literatur und Medien
–        Beachtung der Genres Lyrik, Epik, Dramatik aus der klassischen und modernen Literatur
–        siehe 3. Themen und Inhalte
2.3 Reflexion über Sprache
– sprachgeschichtlicher Aspekt:
·        Überblick über die Entwicklung der deutschen Sprache, Periodisierung
·        Verbindung zur west- und nordgermanischen Sprachfamilie
·        Sprachliche Unterschiede zwischen Niederdeutsch und Hochdeutsch (sprachhistorisch begründbare: z.B. nicht durchgeführte 2. Lautverschiebung, keine neuhochdeutsche Di­phthongierung, weitere morphologische und lexikalische Besonderheiten)
·        Einfluß außersprachlicher Faktoren auf das Niederdeutsche (Siedlungsbewegungen, Ostkolonisation, Aufstieg/Niedergang der Hanse, Reformation, Humanismus, Industrialisierung...)
·        Bedeutung der mittelniederdeutschen Sprache als Verkehrssprache der Hanse, Schreibsprachwechsel vom Niederdeutschen zum Hochdeutschen mit Beginn des 16. Jahrhunderts in Norddeutschland
·        Dialektisierung des Niederdeutschen
– sprachgeographischer Aspekt:
·        Gliederung des deutschen Sprachraumes in Dialektgebiete (Hochdeutsch – Oberdeutsch und Mitteldeutsch – Niederdeutsch) nach dem Hauptkriterium: Durchführung der 2. Lautverschiebung
·        Regionale/lokale niederdeutsche Dialekte der Gegenwart und ihre phonetischen, grammatischen und lexikalischen Besonderheiten
·        Sprachgrenzen/Sprachkontakte und ihre Auswirkung auf das Niederdeutsche
– sprachsoziologischer Aspekt:
·        Problem der sprachlichen Varietäten (z.B. Schriftsprache, Hochsprache, Umgangssprache, Dialekt, Mundart; Sprache der Presse, der Verwaltung, des Sports, der Werbung, der Technik ...; Jugendsprache, Seemannssprache, ...)
·        Funktionen des Niederdeutschen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, z.B. Politik, Wissenschaft, Kultur, Technik, Medien, Werbung, Verwaltung, Alltag
·        Verhältnis verschiedener sozialer Gruppen und Schichten zum Niederdeutschen, z.B. Berufsgruppen, Familie, Interessen- und Freizeitgruppen, schichtenspezifischer Gebrauch
·        Kommunikativer Wert und kommunikative Leistungsfähigkeit des Niederdeutschen heute
·        Forderung, das Niederdeutsche in das „Europäische Abkommen über regionale und Minderheitssprachen“ aufzunehmen (Stand der Bemühungen)
3. Themen und Inhalte ... (S. 7-8).
Hier wird ein Katalog unterschiedlichster Inhalte aufgeführt. Das Spektrum umfasst Befragungen zum aktuellen Sprachgebrauch vor Ort, Namen, Lieder, Formen des Brauchtums, Comics, Theater, Vereine, niederdeutsche Autoren und ihren Texte, Niederdeutsch in hochdeutschen Werken, Sprachgeschichte, dialektale Vielfalt u.a.m.

Rahmenplan Grundschule Deutsch (gemeinsam für Brandenburg, Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern), 2004.
Dieser findet sich unter:

http://www.bildungsserver-mv.de/download/rahmenplaene/rp-deutsch-gs.pdf

Unter „Gestaltung von Unterricht – fachdidaktische Ansprüche“ heißt es: Niederdeutsch ist Teil des Kulturgutes in Norddeutschland. Im Prozess der Umsetzung der europäischen Charta der Regional- bzw. der Minderheitensprachen ist dem Niederdeutschen Aufmerksamkeit zu widmen, mit dem Ziel, Vorstellungen von kultureller Identität aufzubauen und fortzuentwickeln (S. 18). Für die Klassenstufen 3/4 folgt ein Hinweis auf den Aufgabenbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“. Unter der Anforderung „Standardsprache und Regionalsprache unterscheiden“ heißt es zu den Inhalten: Regionalsprache, Niederdeutsch – Text und Hörbeispiele (S. 33).

Rahmenplan Deutsch Regionalschule / Realschule / Gesamtschule für die Orientierungsstufe (Klassen 5-6).
Dieser findet sich unter:

http://www.bildungsserver-mv.de/download/rahmenplaene/rp-deutsch-5-6.pdf

Im Eingangskapitel heißt es: Alle Möglichkeiten, die Schüler an die niederdeutsche Sprache heranzuführen, so die Befähigung des Fachlehrers, die Einbeziehung Sprachkundiger, der Einsatz von Medien u. a., sind zu nutzen. Die Ideen und Hinweise des Rahmenplans Niederdeutsch aus dem Jahr 1999 können dazu eine wertvolle Hilfe sein (S. 14). Im Fachplan wird unter „Mündliches Erzählen“ im Abschnitt „Mündliche und schriftliche Kommunikation“ weiter ausgeführt: ggf. Erzählen auch in niederdeutscher Sprache (S. 16). Unter „Anregungen für fachübergreifende und fächerübergreifendes Arbeiten“ heißt es: Im Fach Deutsch sollten insbesondere auch die vielfältigen Möglichkeiten, die Niederdeutsch und das Darstellende Spiel für eine Kooperation bzw. Integration bieten, genutzt werden (S. 26).

Rahmenplan Deutsch Regionalschule / Verbundene Haupt- und Realschule / Hauptschule / Realschule / Integrierte Gesamtschule (7.-10. Jahrgangsstufe).
Dieser findet sich unter:

http://www.bildungsserver-mv.de/download/rahmenplaene/rp-deutsch-7-10-reg.pdf

Im Eingangskapitel gibt es Ausführungen zum Thema „Öffnung von Schule in die Region“; Hinweise auf Niederdeutsch fehlen in diesem Zusammenhang. Unter den „Zielen und Aufgaben“ heißt es zur „Kompetenzentwicklung im Deutschunterricht“: Die Pflege der niederdeutschen Sprache und Literatur gehört zu den Aufgaben des Deutschunterrichts. Der Rahmenplan Niederdeutsch bietet vielfältige Anregungen für Themen und Inhalte (S. 13).
Im Teilbereich „Reflexion über Sprache und Sprachgebrauch“ wird unter den fakultativen Inhalten für die Jahrgangsstufe 7 genannt: Gewinnen von Einblicken in das Niederdeutsche – Hören und Verstehen einfacher niederdeutscher Texte der Region. Im zugehörigen Kasten „Beiträge zur Kompetenzentwicklung und Hinweise für die Unterrichtsgestaltung“ heißt es: – Achten des Niederdeutschen als geschützte Regionalsprache (vgl. Europäische Charta 1999), Aufgeschlossenheit gegenüber dieser Sprache – Nutzen von Hörfunk, Videos; Lehrer und U. als Mitlernender – Projekte (Aufführungen, Sprachforschung) – integrativ mit TB 2, z. B. Sagen und Lyrik – vgl. Rahmenpläne Niederdeutsch, Musik, Darstellendes Spiel (S. 48).
Für die Jahrgangsstufe 8 heißt es, ebenfalls unter den fakultativen Inhalten: Gewinnen von Einblicken in das Niederdeutsche – Hören, Lesen, Verstehen, Sprechen niederdeutscher Texte der Region. Im zugehörigen Kasten „Beiträge zur Kompetenzentwicklung und Hinweise für die Unterrichtsgestaltung“ heißt es: – Freude am Klang der niederdeutschen Sprache, an ihren Eigenarten und Ausdruckmöglichkeiten – Vorträge von Gedicht- und Prosatexten, kleine Programmeinstudierungen – Teilnahme am Plattdeutschwettbewerb – Einbeziehen von Originalsprechern und -aufnahmen (Schallplatte, Kassette, Video) – vgl. Rahmenplan Niederdeutsch (S. 50).

Rahmenplan Deutsch Gymnasium / Integrierte Gesamtschule (7.-10. Jahrgangsstufe).
Dieser findet sich unter:

http://www.bildungsserver-mv.de/download/rahmenplaene/rp-deutsch-7-10-gym-02.pdf

Die das Niederdeutsche betreffenden Passagen sind deckungsgleich mit denen im Rahmenplan für alle anderen Schulformen. Auch hier heißt es einführend unter „Gestaltung des Unterrichts“: Zum einen muss sich Schule für die Region öffnen; zum anderen soll sie die Region in die Schule holen. So kann sie besondere Akzente setzen und sich zugleich profilieren (S. 10). Unter den „Zielen und Aufgaben“ heißt es zur „Kompetenzentwicklung im Deutschunterricht“: Die Pflege der niederdeutschen Sprache und Literatur gehört zu den Aufgaben des Deutschunterrichts. Der Rahmenplan Niederdeutsch bietet vielfältige Anregungen für Themen und Inhalte (S. 13). In den „Anregungen für fachübergreifende und fächerübergreifende Projekte“ wird Niederdeutsch als eigenständiges Fach geführt: Der Deutschunterricht verlangt nach Bezügen zu anderen Fächern, insbesondere zu Kunst, Musik, Religion, Sozialkunde, Philosophie, Geschichte, Fremdsprachen, Niederdeutsch, Darstellendes Spiel, aber auch zu den naturwissenschaftlichen Fächern (S. 19).
Im Fachplan für die Jahrgangsstufe 7 und 8 ist im Teilbereich „Reflexion über Sprache und Sprachgebrauch“ als Unterpunkt aufgeführt: Besonderheiten des Niederdeutschen als regionaler Dialekt (S. 25).

Rahmenplan Deutsch Gymnasium / Integrierte Gesamtschule (7.-10. Jahrgangsstufe).
Dieser findet sich unter:

http://www.bildungsserver-mv.de/download/rahmenplaene/rp-deutsch-11-13-gym.pdf

Im Fachplan der Jahrgangsstufe 11/1. Halbjahr wird unter dem Punkt „Aneignen von Kenntnissen zu sprachlich-kommunikativen Prozessen und zu Sprachsystemen – Der Sprachlernprozeß in seinem Bedingungsgefüge“ der Punkt „Sprache als regionales Phänomen“ aufgeführt, mit dem Hinweis: Niederdeutsch in der kommunikativen Praxis der Gegenwart (z. B. Sprachpflege, Sprachbarrieren, System- und Verwendungsnormen, Mündlichkeit und Schriftlichkeit) (S. 13)

5. Niedersachsen

Grundlegendes findet sich auf dem niedersächsischen Bildungsserver:

http://nibis.ni.schule.de/

Eine Zusammenstellung aller derzeit geltenden Kerncurricula findet sich unter:

http://db2.nibis.de/1db/cuvo/ausgabe/index.php?mat1=16

Kerncurriculum für die Grundschule, Schuljahrgänge 1-4. Deutsch (2006). Dieses findet sich unter:

http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc_gs_deutsch_nib.pdf

Im einleitenden Kapitel „Bildungsbeitrag des Faches Deutsch“ heißt es: Reflexion über Sprache dient der Erweiterung von Kompetenzen im Verstehen und Verfassen von Texten sowie im Sprachhandeln allgemein. Die verschiedenen Herkunftssprachen in den Lerngruppen einschließlich der „kleinen“ Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch (lesser used languages) erfahren im Deutschunterricht der Grundschule besondere Berücksichtigung. Diese Sprachen und die besonderen Kompetenzen ihrer Sprecherinnen und Sprecher werden als Bereicherung für den Deutschunterricht und als Anlass zu Sprachbetrachtungen und Sprachvergleichen aufgegriffen und genutzt (S. 8). Im Kapitel „Unterrichtsgestaltung mit dem Kerncurriculum“ heißt es weiter: Die Vielfalt der von den Schülerinnen und Schülern gesprochenen Sprachen einschließlich der Regionalsprachen und der ersten Pflichtfremdsprache werden vergleichend in den Unterricht einbezogen (S. 9). Zum Kompetenzbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ heißt es: Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler ihrer Sprache bewusster einsetzen. Dabei ist der Vergleich mit anderen Sprachen, besonders der obligatorischen Fremdsprache, den Herkunftssprachen und den Regionalsprachen der Schülerinnen und Schüler der Klasse zu nutzen (S. 12).

Kerncurriculum für die Hauptschule, Jahrgänge 5 bis 10. Deutsch (2006). Dieses findet sich unter:

http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc_hs_deutsch_nib.pdf

Im einleitenden Kapitel „Bildungsbeitrag des Faches Deutsch“ heißt es (nahezu textidentisch mit den Einträgen unter „Grundschule“, „Integrierte Gesamtschule“ und „Gymnasium“): Reflexion über Sprache dient der Erweiterung von Kompetenzen im Verstehen und Verfassen von Texten sowie im Sprachhandeln allgemein. Die verschiedenen Herkunftssprachen in den Lerngruppen einschließlich der „kleinen“ Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch (lesser used languages) erfahren im Deutschunterricht der Hauptschule besondere Berücksichtigung. Diese Sprachen und die besonderen Kompetenzen ihrer Sprecherinnen und Sprecher werden als Bereicherung für den Deutschunterricht und als Anlass zu Sprachbetrachtungen und Sprachvergleichen aufgegriffen und genutzt (S. 7). Im Kompetenzbereich „Sprechen und Zuhören“ für den Schuljahrgang 5/6 ist unter „szenisch spielen“ ausgeführt: Sie (die Schüler) stellen eigene oder fremde Erlebnisse szenisch dar, ggf. auch in der Regionalsprache (S. 14). Ein fortschreibender Eintrag findet sich für den Schuljahrgang 7/8: Sie setzen Situationen, Texte oder Bilder in Standbilder oder szenisches Spiel um, ggf. auch in der Regionalsprache (S. 16). Zum Kompetenzbereich „Lesen – Mit Texten und Medien umgehen“ heißt es für den Schuljahrgang 5/6: Sie kennen ein Beispiel regionaler Literatur, wobei unter der Rubrik „Fertigkeiten / Kenntnisse“ u.a. genannt wird: Text vorlesen, auch in der Regionalsprache (S. 31). Für den Schuljahrgang 7/8 lautet der Eintrag umfassender: Sie kennen Literatur der Region, auch hier erfolgt der zugehörige Eintrag: Text vorlesen, auch in der Regionalsprache (S. 34). Für den Schuljahrgang 9 wiederholt sich diese Nennung: Sie kennen Literatur der Region, hier erfolgt ebenfalls der zugehörige Eintrag: Text vorlesen, auch in der Regionalsprache (S. 36). Gleiches gilt für den Schuljahrgang 10, auch hier heißt es: Sie kennen Literatur der Region, und es folgt der zugehörige Eintrag: Text vorlesen, auch in der Regionalsprache (S. 39). Im Kompetenzbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ für den Schuljahrgang 5/6 heißt es unter den erwarteten Kompetenzen: Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass es unterschiedliche „Sprachen in der Sprache“ gibt. Unter „Fertigkeiten / Kenntnisse“ heißt es weiter: Sprache untersuchen und beschreiben, z. B. Sprechen mit Gleichaltrigen, Sprechen mit Erwachsenen, Umgangssprache, Regionalsprache, Comicsprache (S. 41). Diese „Fertigkeiten / Kenntnisse“ erfahren für den Schuljahrgang 7/8 folgende Fortschreibung: Sprache als Gruppensprache, ggf. Regionalsprache, gesprochene / geschriebene Sprache kennen (S. 42). Für den Schuljahrgang 9 heißt es an vergleichbarer Stelle: Beispiele für Dialekte und Regionalsprache kennen. Als „Überprüfungsmöglichkeit“ wird aufgeführt: „Sprachen“ hinsichtlich der Leistung vergleichen (S. 44).

Kerncurriculum für die Integrierte Gesamtschule, Jahrgänge 5 bis 10. Deutsch (2006). Dieses findet sich unter:

http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc_igs_deutsch_nib.pdf

Im einleitenden Kapitel „Der Bildungsbeitrag des Faches Deutsch“ heißt es (nahezu textidentisch mit den Einträgen unter „Grundschule“, „Hauptschule“ und „Gymnasium“): Reflexion über Sprache dient der Erweiterung von Kompetenzen im Verstehen und Verfassen von Texten sowie im Sprachhandeln allgemein. Die verschiedenen Herkunftssprachen in den Lerngruppen einschließlich der „kleinen“ Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch (lesser used languages) erfahren im Deutschunterricht der Integrierten Gesamtschule besondere Berücksichtigung. Diese Sprachen und die besonderen Kompetenzen ihrer Sprecherinnen und Sprecher werden als Bereicherung für den Deutschunterricht und als Anlass zu Sprachbetrachtungen und Sprachvergleichen aufgegriffen und genutzt (S. 7). Im Kompetenzbereich „Sprechen und Zuhören“ ist unter den Zielen bis zum Ende des Schuljahrgangs 6 aufgeführt: [Die Schülerinnen und Schüler] – unterscheiden das Niederdeutsche von der hochdeutschen Umgangssprache; – benennen Unterschiede des Hochdeutschen vom Niederdeutschen, insbes. lexikalische. Dazu erfolgt ein gesonderter Eintrag: Hinweis: Diese Kompetenzbeschreibungen gelten für den niederdeutschen Sprachraum (S. 15). Zusätzlich gilt am Ende des Schuljahrgangs 8: [Die Schülerinnen und Schüler] unterscheiden Sprechsituationen, in denen die Regionalsprache angemessen oder unangemessen ist (S. 15). Für das Ende des Schuljahrgangs 10 heißt es unter den vertiefenden Angeboten: [Die Schülerinnen und Schüler] analysieren die Merkmale von Regional- und Sondersprachen (S. 15). Im Kompetenzbereich „Lesen – Umgang mit Texten und Medien“ heißt es unter „Umgang mit literarischen Texten“ für Schüler am Ende des Schuljahrgangs 10: Die Lektüre regionalsprachlicher Texte wird ausdrücklich empfohlen (S. 22). In den Lektüreempfehlungen selbst fehlen jedoch Hinweise auf niederdeutsche Texte. Im Kompetenzbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ heißt es für Schüler am Ende des Schuljahrgangs 10: [Die Schülerinnen und Schüler] reflektieren Sprachvarianten mit den Unterpunkten Sprachwandel, Anglizismen, Dialekte, Regionalsprache (S. 28).

Kerncurriculum für das Gymnasium, Jahrgänge 5 bis 10. Deutsch (2006). Dieses findet sich unter:

http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc_gym_deutsch_nib.pdf

Im einleitenden Kapitel „Der Bildungsbeitrag des Faches Deutsch“ heißt es (nahezu textidentisch mit den Einträgen unter „Grundschule“, „Hauptschule“ und „Integrierte Gesamtschule“): Reflexion über Sprache dient der Erweiterung von Kompetenzen im Verstehen und Verfassen von Texten sowie im Sprachhandeln allgemein. Die verschiedenen Herkunftssprachen in den Lerngruppen einschließlich der „kleinen“ Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch (lesser used languages) erfahren im Deutschunterricht des Gymnasiums besondere Berücksichtigung. Diese Sprachen und die besonderen Kompetenzen ihrer Sprecherinnen und Sprecher werden als Bereicherung für den Deutschunterricht und als Anlass zu Sprachbetrachtungen und Sprachvergleichen aufgegriffen und genutzt (S. 7). Im Kompetenzbereich „Sprechen und Zuhören“ ist unter den Zielen in der Rubrik „szenisch spielen“ für das Ende der Jahrgangsstufe 6 aufgeführt: [Die Schülerinnen und Schüler] gestalten im Spiel kleinere Szenen unter Berücksichtigung von Mimik und Gestik (auch regionalsprachliche). Für das Ende der Jahrgangsstufe 8 heißt es: [Die Schülerinnen und Schüler] erschließen literarische Texte im szenischen Spiel (auch regionalsprachliche). Für die Jahrgangsstufe 10 heißt es ergänzend: [Die Schülerinnen und Schüler] erarbeiten Ansätze für eigene Interpretationen literarischer Texte mit Hilfe gestaltenden Sprechens und szenischer Verfahren (auch bezogen auf regionalsprachliche Texte) (S. 17). Im Kompetenzbereich „Lesen – Umgang mit Texten und Medien“ heißt es unter „Umgang mit literarischen Texten“ für Schüler am Ende des Schuljahrgangs 6: [Die Schülerinnen und Schüler] kennen einfache literarische Formen mit regionalen oder regionalsprachlichen Bezügen. Für das Ende der Jahrgangsstufe 8 heißt es: [Die Schülerinnen und Schüler] kennen altersangemessene epische, lyrische und dramatische Texte (auch regionale oder regionalsprachliche). Für die Jahrgangsstufe 10 heißt es ergänzend: [Die Schülerinnen und Schüler] kennen ein Spektrum exemplarischer Werke der Gegenwartsliteratur sowie der literarischen Tradition (auch regionalsprachliche) (S. 25). Im Kompetenzbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ heißt es in der Rubrik „Äußerungen/Texte ín Verwendungszusammenhängen reflektieren und bewusst gestalten“ für Schüler am Ende des Schuljahrgangs 6: [Die Schülerinnen und Schüler] erkennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede vergangenen und gegenwärtigen Sprachgebrauchs (auch mit Bezügen zu der Regionalsprache). Für das Ende der Jahrgangsstufe 8 heißt es: [Die Schülerinnen und Schüler] erkennen sprachgeschichtliche Zusammenhänge und verfügen über Begriffe der Sprachentwicklung, – z. B. Bedeutungswandel, fremdsprachliche Einflüsse, – regionalsprachliche Besonderheiten. Für die Jahrgangsstufe 10 heißt es ergänzend: [Die Schülerinnen und Schüler] erfassen die kulturelle Bedeutung von Sprache und reflektieren Ursachen und Funktionen in ihrem jeweiligen gesellschaftlichen Kontext (auch am Beispiel der Regionalsprache (S. 29). In der Rubrik „Textbeschaffenheit analysieren und reflektieren“ heißt es außerdem: [Die Schülerinnen und Schüler] reflektieren Rolle und Funktion von Fremdwörtern, Fach- und Sondersprachen, auch des Niederdeutschen (S. 30).

6. Nordrhein-Westfalen

Eine Volltextsuche unter http://www.learn-line.nrw.de/ ergab keinen Treffer!

7. Sachsen-Anhalt

Grundlegendes findet sich auf dem Bildungsserver des Lands Sachsen-Anhalt:

http://www.bildung-lsa.de/

Ein Suchlauf zum Stichwort „Niederdeutschen“ ergibt keinen Treffer!

8. Schleswig-Holstein

Eine Übersicht über die Lehrpläne findet sich unter:

http://lehrplan.lernnetz.de/content/index.php

Die Schrift „Niederdeutsch in den Lehrplänen“ findet sich unter

http://lehrplan.lernnetz.de/intranet1/links/materials/1150375624.pdf

Im Lehrplan Grundschule fehlt für das Fach Deutsch jeglicher Hinweis auf Niederdeutsch. Ein Hinweis findet sich allerdings für den Heimat- und Sachunterricht, und zwar unter:

http://lehrplan.lernnetz.de/intranet1/links/materials/1107160466.pdf

Hier heißt es einführend unter „Der Beitrag des Faches zur grundlegenden Bildung, zur Auseinandersetzung mit den Kernproblemen und zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen“: Jeder Raum hat seine Geschichte, und so tritt neben den geographischen der historische Aspekt. Er weist auf den Wandel in der Zeit hin, auf Vergehendes und Beständiges. Aus der unmittelbaren Anschauung ist die Beschäftigung mit den unterschiedlichen Kulturen und Sprachen des Landes wie Niederdeutsch, Dänisch und Friesisch gegeben (S. 94).
Für die Primarstufe sind allgemeine „Grundlagen“ formuliert, und zwar unter:

http://lehrplan.lernnetz.de/intranet1/links/materials/1117787540.pdf

Hier heißt es unter „Aufgabenfelder von allgemeiner pädagogischer Bedeutung“: Die pädagogischen Aufgaben ergeben sich aus Bereichen wie [...] – Niederdeutsch, regional auch Friesisch (S. 15).
Im Lehrplan Deutsch für die Primarstufe fehlen allerdings Hinweise auf Niederdeutsch.

Sekundarstufe I der weiterführenden allgemeinbildenden Schulen: Hauptschule, Realschule, Gymnasium.
Hier sind allgemeine Grundlagen formuliert (analog zum Eintrag unter „Primarstufe“), und zwar unter:

http://lehrplan.lernnetz.de/intranet1/links/materials/1117787563.pdf

Unter „Aufgabenfelder von allgemeiner pädagogischer Bedeutung“ heißt es: Die pädagogischen Aufgaben ergeben sich aus Bereichen wie [...] – Niederdeutsch, regional auch Friesisch (S. 9).

Lehrplan Deutsch für die Sekundarstufe I der weiterführenden allgemeinbildenden Schulen: Hauptschule, Realschule, Gymnasium.
Dieser findet sich unter:

http://lehrplan.lernnetz.de/intranet1/links/materials/1107161097.pdf

Hier heißt es unter „Aufgabenfelder von allgemeiner pädagogischer Bedeutung“: Die pädagogischen Aufgaben ergeben sich aus Bereichen wie [...] – Niederdeutsch, regional auch Friesisch (S. 9). Unter „sprachlich kommunizieren – Basisfähigkeiten“ heißt es in der Rubrik „Sachkompetenz“: Sprachformen und Sprachebenen (Hoch-, Umgangs-, Jugend-, Fachsprache, das Niederdeutsche) kennen (S. 43). Im Anhang erfolgen weitere „Hinweise auf Regelungen und Materialien“. Unter „Niederdeutsch, regional auch Friesisch“ wird hingewiesen auf den Erlass „Niederdeutsch in der Schule“, auf in Vorbereitung befindliche Handreichungen (Lehrplanbausteine), auf das Arbeitspapier „Niederdeutsch im Unterricht an Gymnasien“ sowie „Niederdeutsche Texte für den Unterricht an Gymnasien“ (Anhang, S. 4).

Plattdeutsch in der Schule blieb bis in die 70er Jahre ein Randthema, was Verwaltungsvorschriften und Rahmenpläne anlangt. Erst in der Diskussion um Chancengleichheit, die soziale Markiertheit von Sprache und Sprachbarrieren geriet es wieder in den Blick. Die niederdeutsche Philologie kam in diesem Zeitraum kaum über Bestandsaufnahmen hinaus, weiterführende Konzepte wurden nicht entwickelt, es fehlt aktuell der Anschluss an allgemein didaktische Forschung in Theorie und Praxis. Zeitgemäße Ansätze entwickeln sich nur langsam in der Annäherung an den aktuellen Forschungsstand. Das Niederdeutsche erfährt bislang in den vereinbarten Bildungsstandards keine Berücksichtigung. Spracherwerb findet zu wenig statt, Sprachbegegnung ist zumeist auf den Deutschunterricht beschränkt und wird in aller Regel von Lehrern ohne spezifische Ausbildung geleistet. Bislang ist bloßes Engagement häufig und nicht hinreichend die geeignete Voraussetzung für Aktivitäten dieser Art.
In Hamburg etwa ist seit 2005 die Behandlung niederdeutscher Texte in allen Schul- und Jahrgangsstufen verbindlich vorgeschrieben, ab Sommer 2010 soll es im Stadtstaat einen „Lehrplan Niederdeutsch“ geben, für die Schulklassen 1 bis 3 sind zwei Wochenstunden eingeplant, in den Klassen 4 bis 6 steht Niederdeutsch dreimal auf dem Stundenplan. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, wie es an der Schule bestellt sein könnte mit dem gewachsenen Nebeneinander von Hoch und Platt. (FM)