26.11.2013

Sulteknechte: Soltig Poesie

"Ik will hier ruut ... un will doch blieven." Ekhard Ninnemann befasst sich mit dem Leben der einfachen Salinearbeiter, die im Mittelalter im Salzstock in Lüneburg Tag und Nacht unter Tage schwere Arbeit verrichten mussten.

Wenn die Salinearbeiter hätten schreiben können, was hätten sie dann geschrieben? Der Autor versucht sich in seinem Gedichtzyklus, in die Lebensumstände dieser Menschen hineinzufühlen. Zunächst einmal tut er dies auf Platt, der Sprache der Sulteknechte. Alle Texte sind auch in hochdeutscher Übersetzung abgedruckt.

In poetischer Form lässt Ninnemann das Leben der Sulteknechte, die nicht viel kannten außer harter Arbeit, lebendig werden. Nur an einem Tag im Jahr "durften" sie protestieren und sangen ihr Sülzerlied: "Geft uns use Rechte". Er lässt auch die Kinder zu Wort kommen.

Das ansprechend illustrierte Buch vermittelt darüber hinaus viel Wissenswertes über die das Leben, Arbeitsalltag und Technik im mittelalterlichen Lüneburg.

Der Autor zeigt auch auf, an welchen Stellen in Lüneburg noch heute Spuren der Sulteknechte zu finden sind, und welche davon Platt - beispielsweise Straßennamen.

 

Segg an

Du Koorn vun Solt,

wo kummst du her?

Giffst uns dien egen Smack,

du brennst,

maakst haltbar

un du büst uns Leven.

 

Ekhard Ninnemann: Sulteknechte - Soltig Poesie

Stern Verlag Lüneburg

14, 90 Euro

ISBN: 978-3923603084

 

Das Buch ist über www.plattschapp.de erhältlich.