10.02.2013

Ulf Bichel verstorben

Am 9. Februar verstarb Prof. Dr. Ulf Bichel in Kiel.

Als einer der besten Kenner niederdeutscher Literatur war er bis zuletzt eingebunden in das Jahrbuch der Klaus-Groth-Gesellschaft und die Schriften der Fritz Reuter-Gesellschaft.
Seine wissenschaftlichen und publizistischen Maßstäbe orientierten sich an Faktentreue und Disziplin. So gab er Groths "Quickborn" und "Vertelln" neu heraus und besorgte - einem von Groth selbst nicht mehr verwirklichten Plan folgend - mit den "Memoiren" eine Ausgabe der autobiographischen Schriften des Nestors der plattdeutschen Literatur.
Neben den Klassikern hatte er immer auch das aktuelle Literaturgeschehen im Blick, so ließ er sich viele Jahre in die Redaktion der Zeitschrift "Quickborn" einbinden. Sein besonderes Augenmerk galt dem niederdeutschen Hörspiel.
Ulf Bichel bezeichnete sich selbst gern als "Höhlenbär". Nie drängte er sich in den Vordergrund, weder in der Wissenschaft noch im plattdeutschen Kulturbetrieb. Er blieb stets der verlässliche und kenntisreiche Kopfarbeiter. Viele Projekte verfolgte er gemeinsam mit seiner Frau Inge, und so bedeutete es einen schweren Einschnitt für ihn, als sie im August 2010 starb.
Ulf Bichel wurde 87 Jahre alt.