21.02.2013

Tag der Muttersprache

Niemand hat gezählt, wie viele Kinder heute noch mit Plattdeutsch als Muttersprache aufwachsen. Doch es gibt sie, die Familien, in denen Platt selbstverständlich auch die Sprache der Kleinsten ist.

Unbestritten ist aber auch, dass heute in den meisten Kinderstuben hochdeutsch gebrabbelt wird. Und bald kommen weitere Sprachen hinzu: Englisch, Türkisch, Spanisch, Japanisch. Der Nachwuchs kann sich freuen, wenn Großeltern da sind, die Platt reden. Denn auch als Zweit- oder Drittsprache verliert Platt ja nichts von seinem Wert.

Gedenktage sollen zur Besinnung anregen. Klar ist: „Muttersprache“ ist ein schillernder Begriff; sein Arsenal an Aufladungen ist groß, je nach Bedarf gefühlig, mystisch oder sonst wie raunend. Gleichzeitig aber suchen gerade die modernen Menschen kulturelle Orientierungen. So lässt sich der „Tag der Muttersprache“ als Aufforderung verstehen. Und für die Norddeutschen heißt das: Sprecht mehr Platt!

Tag der Muttersprache? Für viele Plattsnacker eher ein Tag der Großmuttersprache. Was soll’s. Schließlich ist es bei Oma und Opa doch besonders schön.