19.03.2013

Plattdeutsch und die im Flensburger Kommunalwahlen

„Platt gemacht: So wird Plattdeutsch ausgemerzt!! Friesisch wird bevorzugt.“

Auf ihren Wahlplakaten findet die freie Wählergemeinschaft „Wir in Flensburg“ drastische Worte für die Verteilung der Fördergelder zwischen den Sprachgruppen in Schleswig-Holstein. Aus den Kommunalwahlen 2008 war die Gruppierung mit 22,3 % als stärkste Fraktion in der Stadt hervorgegangen, und auch für den anstehenden Urnengang am 26. Mai werden ihr gute Aussichten eingeräumt.

In einer Grenzstadt wie Flensburg spielt Sprach- und Kulturförderung traditionell ei-ne große Rolle. Im Vordergrund steht die Staatssprache Dänisch, daneben gehört die Unterstützung des Friesischen mit zum Programm des SSW, seit 2012 Regierungs-partei in Kiel. Die niederdeutsche Sprache, mit nur geringer politischer Rückende-ckung ausgestattet, droht ins Hintertreffen zu geraten – so die Befürchtung der freien Wählergemeinschaft.

Hauptanliegen ist die mittelfristige Absicherung der Niederdeutschen Bühne Flens-burg, die aktuell von erheblichen Finanzkürzungen betroffen ist. Die freien Wähler fordern Gleichbehandlung. In einem Brief an die Landtagsfraktionen hieß es jüngst: „Wie die Sprache Friesisch so ist Plattdeutsch gleichfalls ein wichtiges Kulturgut, das auch in schwierigen Zeiten unterstützt gehört und zwar gleichrangig.“