11.12.2013

Niederdeutscher Wissenschaftspreis vergeben

Noch vor hundert Jahren spielte die deutsch-niederländische Staatsgrenze kaum eine Rolle für den Stellenwert der Mundarten und die dialektalen Formen beiderseits der Grenze.

Seither aber ist die Bedeutung der jeweiligen Standardsprache gewachsen, insbesondere durch den Einfluss der Medien. Wie aber haben sich die Dialekte unter diesen Bedingungen weiter entwickelt? Tom Smits hat Mundartsprecher in Vreden (Westmünsterland) und Winterswijk (Gelderland) dazu befragt.

Für seine in Antwerpen eingereichte Dissertation „Strukturwandel in Grenzdialekten“ wurde der Nachwuchsforscher am 9. Dezember mit dem Agathe-Lasch-Preis 2013 ausgezeichnet. Die Hamburger Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt ließ es sich nicht nehmen, den Preis persönlich zu überreichen. Sie unterstrich in ihrer Rede die Notwendigkeit, in der Forschung Grenzen zu hinterfragen.

Prof. Dr. Ingrid Schröder betonte in ihrer Laudatio die Vitalität niederdeutscher Forschungen in zahlreichen Ländern. Der Belgier Tom Smits habe in herausragender Weise die Schnittstelle von Kontaktlinguistik, Dialektologie und Soziolinguistik ausgelotet.

Alle drei Jahre vergibt der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg den mit 5.000 Euro dotierten Agathe-Lasch-Preis. Er erinnert an das wissenschaftliche Werk und das persönliche Schicksal der ersten deutschen Germanistik-Professorin und der ersten Professorin in Hamburg. Agathe Lasch fiel 1942 dem Nazi-Terror zum Opfer.